Achillodynie – die chronische Entzündung der Achillessehne

Die Achillodynie ist eine krankhafte chronisch entzündliche Schmerzproblematik der Achillessehne welche vor allem bei Sportlern auftritt. Zu den Risikofaktoren zählen exzessive Überbelastung durch Training, einer Verkürzung der Wadenmuskulatur, falsches Schuhwerk, aber auch biomechanische Abnormalitäten wie Fußfehlstellungen und Beinachsenabweichungen sowie Übergewicht und Diabetes.

Die Kardinalsymptome der Achillodynie sind Schmerzen am Anfang, während oder kurz nach einer Belastung der Achillessehne, Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit der Sehne selbst. Zu Beginn äußert sich eine Achillodynie vor allem durch Morgen- oder Anlaufschmerzen.

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten einen chronischen Achillessehnenschmerz zu behandeln.

Die meisten davon zielen jedoch lediglich auf die Linderung der Symptome ab. Dazu zählen vor allem die Schonung, Tapining, Schienen- und Einlagenversorgung, Belastungsmodifikation, Kryo- und Elektrotherapie.

Der Pathomechanismus der Achillodynie

Bei der Achillodynie handelt es sich um einen insuffizienten Heilungsprozess von Mikroverletzungen der Achillessehne. Dabei wird gut belastbares Kollagen Typ I durch das weniger belastbare, reparative Kollagen Typ III ersetzt.

Kollagen Typ I ist das am häufigsten vorkommende Kollagen im menschlichen Körper. Es ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes, der Haut, Knochen, Sehnen und Bänder. Seine Hauptfunktionen sind die Gewährleistung von Festigkeit, Elastizität und Struktur, die Stärkung des Knochengerüstes, die Unterstützung der Wundheilung die Bildung der organischen Matrix der Knochen. Mit zunehmendem Alter nimmt die körpereigene Produktion von Typ-I-Kollagen ab.   

Bei chronischen Beschwerden kommt es zu einer  sogenannten Neovaskularisation, was bedeutet dass Nerven und Gefäße in die Sehne und das umliegende Gewebe einwachsen und plötzlich in Arealen auftreten, die vorher nicht oder kaum innerviert waren und so zu Schmerzen führen.

Schematische anatomische Darstellung des Unterschenkels

Behandlungsmöglichkeiten der Achillodynie

Um die wirkliche Ursache der Schmerzproblematik zu behandeln gibt es laut Literatur lediglich zwei Möglichkeiten: 

  • Intensives Exzentriktraining der Achillessehne
  • Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)

Therapieformen der Achillodynie im Vergleich

Exzentriktraining vs. ESWT

Beim Exzentriktraining der Wadenmuskulatur kommt es zu einer immens großen Spannungsentwicklung in der Achillessehne. Dies führt zu einer verminderten Durchblutung der eingesprossenen Gefäße und Nervenendigungen, welche somit zerstört werden.
Die Symptome können sich in den ersten 1 bis 2 Wochen nach Therapiebeginn verstärken. Dies ist üblich, da in dieser Phase mit einer Mehrdurchblutung des behandelten Areals zu rechnen ist, was die Schmerzsteigerung der pathologischen Sehne bedingt. Der Grund für diese Mehrdurchblutung bleibt bislang ungeklärt. Ab der dritten Therapiewoche sollten die Symptome wieder abnehmen.

Hier finden Sie ein kurzes Anleitungsvideo zum Exzentriktraining

Die extrakorporale Stoßwellentherapie ist eine Behandlung mit hochenergetischen Druckwellen,  ähnlich den Schallwellen, die sich aber in Energie, Anstiegs- und Ausbreitungsgeschwindigkeit erheblich unterscheiden.
Es sind kurze Schallimpulse in der Form von energiereichen, hörbaren Schallwellen, die Wasser und Weichteilgewebe durchdringen können. Die Stoßwellen werden außerhalb des Körpers mittels Stoßwellengerät erzeugt und mittels Ultraschallgel ohne Energieverlust in das Gewebe des/der PatientIn übertragen, wo sie an den schmerzhaften Stellen gezielt ihre Wirkung entfalten. Dabei durchdringen sie die Haut und das Gewebe ohne sie zu verletzen.

In drei bis fünf Sitzungen werden jeweils 1500 bis 2000 Stoßwellenimpulse an der erkrankten Stelle appliziert.

Die Wirkungsweise der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) ist bis heute nicht ganz geklärt. Untersuchungen zeigen jedoch Wirkungen mit thermischen und biochemischen Effeken, sowie einer Hyperstimulationsanalgesie (= Form der Schmerztherapie unter Einsatz intensiver sensorischer Stimulation zur Linderung akuter oder chronischer Schmerzen). Es kommt zu komplexen Veränderungen des gesamten therapierten Gewebes.
Spezielle Gewebsfaktoren reduzieren entzündungsfördernde Stoffe und steigern die Zahl entzündungshemmender und heilender Gewebsfaktoren. Es kommt in weiterer Folge zu einer Anlockung von Stammzellen, welche die Reparaturvorgänge in der Sehne vorantreiben.

Der in Gang gesetzte Heilungsprozess ist etwa 6 Wochen nach der letzten Anwendung abgeschlossen, erst von da an kann man den Erfolg der Stoßwellentherapie einschätzen.

Prognose bei der Achillodynie

Erfahrungsgemäß ist eine Kombinationstherapie aus beiden Behandlungsmethoden die effektivste Möglichkeit eine chronisch entzündete Achillessehne zu heilen.

Nachdem die Schmerzen überwunden sind, legen Sie ein besonderes Augenmerk auf das Training des betroffenen Fußes. Eine aktive Stabilisierung des Fußgewölbes, Kräftigung der kurzen Fußmuskeln sowie das Stärken und Dehnen der Waden sind wichtige Parameter um eine neuerliche Achillodynie zu vermeiden!