Ein kleiner Schnitt für ein neues Lebensgefühl – Hüft-OP bei Coxarthrose

Coxarthrose – Frau greift sich auf die schmerzenden Hüfte

In einer gesunden Hüfte sichert der Knorpel die reibungslose Gelenksbewegung und schützt vor Stoß- und Druckbelastung. Bei der Hüftarthrose oder Coxarthrose kommt es durch den fortschreitenden Verlust der Knorpelsubstanz im Hüftgelenk zu Schmerzen, Entzündungen der Gelenkskapsel mit Schwellung des umliegenden Gewebes und Ergussbildung im betroffenen Gelenk. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein, eine Möglichkeit ist zum Beispiel ein Zustand nach Verletzungen. Typischerweise ist die Coxarthrose aber eine Erkrankung, die vor allem ältere Menschen durch den natürlichen Knorpelverschleiß betrifft.

Beschwerden die dabei auftreten können, sind zum Beispiel ein Anlaufschmerz in der Hüfte nach Ruhephasen, Schmerzen in der Hüfte die in die Leiste hinein ausstrahlen, Ruhe- als auch Belastungsschmerzen sowie Hinkmechanismen und Bewegungseinschränkungen, wie Schmerzen in der Hüfte beim Gehen, Socken Anziehen oder Schuhe Zubinden.

Somit kommt es schmerzbedingt zu einer Abnahme an regelmäßiger Bewegung und sportlicher Aktivität, die wiederum besonders für ältere, internistische und übergewichtige Patienten von besonderer Wichtigkeit wäre.

Wie werden Hüftgelenksschmerzen bei Coxarthrose zunächst behandelt?

Zunächst wird versucht durch Physiotherapie mit speziellen Übungen bei Coxarthrose Ergometertraining, physikalische Therapien oder andere Therapieformen wie Spritzen in das Hüftgelenk und Knorpelregenerationskuren die Lebensqualität zu verbessern. Wenn das Hüftgelenk allerdings zu stark geschädigt ist und die nicht chirurgischen Behandlungen versagen, ist eine Operation meist unumgänglich.

Welche Möglichkeiten bieten sich für die Implantation einer Hüftprothese bei Coxarthrose?

Früher war es aufgrund der damals großen Infektionsgefahr während Operationen wichtig, die Operation selbst möglich schnell durchzuführen. Mittlerweile sind jedoch durch wissenschaftliche Neuerungen auf dem Gebiet der Hygiene besonders sorgsam und schonend durchgeführte Operationen erfolgreicher.

Daher führe ich seit einiger Zeit die Operation für den künstlichen Hüftgelenksersatz nur noch minimalinvasiv durch. Der Schnitt in die Haut ist viel kleiner als bei der herkömmlichen Operationsmethode, die Muskulatur wird nur zur Seite geschoben und ich gelange durch eine kleine Muskellücke zum Hüftgelenk.

Durch die schonenden Zugangsart und den Einsatz von speziellen Instrumenten und Techniken stehen die Erhaltung der Muskulatur, der Nerven, der Sehnen und der Knochensubstanz, so wie auch der geringe Blutverlust im Vordergrund.

Was sind die Vorteile der minimalinvasiven Operationsmethode bei der Hüfttotalendoprothese?

Es kommt zu einer deutlich geringeren Belastung des Körpersystems des Patienten, dadurch ist die Hüft-OP auch bei Herzerkrankungen und unter einer laufenden Thrombo-ASS Therapie möglich.
In der Regel sind keine Gaben von Blutkonserven nötig und auch das Legen von Drainagen entfällt.
Die minimalinvasive Hüftoperation ermöglicht durch den kleinen Schnitt ein geringeres Weichteiltrauma und dadurch einen geringeren postoperativen Schmerz. Dies wiederum ermöglicht eine schnellere Mobilisation, führt zu einem gesenkten Risiko von Wundheilungsstörungen und Infektionen und einem besseren kosmetischen Ergebnis.

Welche Implantate kommen bei der Hüftprothese zum Einsatz?

Beim Hüftgelenksersatz werden Kurzschaftimplantate verwendet. Diese bestehen aus 4 Teilen: dem Hüftschaft mit einem Kugelkopf und der Hüftpfanne mit einem Pfanneneinsatz
Der Schaft und die Pfanne werden zementfrei im Knochen verankert, der Kopf und der Pfanneneinsatz aus biokompatibler Hochleistungskeramik dienen als Gleitpaarung.
Diese Materialien sind langjährig erprobt, körperverträglich und weisen eine sehr hohe Lebensdauer auf. Sie sind sofort nach der Operation biomechanisch voll belastbar.

Wie gestaltet sich der Ablauf in den ersten Tagen nach der Operation?

Die Behandlung nach der Hüftoperation wird individuell an den Patienten angepasst. Die Mobilisation beginnt schon am Tag der Operation, bereits im Sanatorium bekommen Sie täglich physiotherapeutische Behandlungen. Ich komme jeden Tag zur Visite in das Sanatorium, um Sie optimal therapeutisch zu begleiten und eventuell auftretende Fragen sofort zu klären.
Durch die minimalinvasive Hüftoperation haben Sie sowohl weniger Schmerzen im Vergleich zur herkömmlichen Methode als auch eine raschere Heilung und können dadurch bereits wenige Tage nach der Operation im Zimmer ohne Krücken selbstständig gehen.

Wie geht es nach der Hüft-OP Zuhause weiter?

Sie sollten zunächst hohe Belastungen, extreme Bewegungen und das Tragen schwerer Lasten vermeiden, alle normalen Bewegungsabläufe sind jedoch bereits wenige Tage nach der Operation möglich.
Zuhause benötigen Sie in Ihren Wohnräumlichkeiten keine Stützkrücken mehr, für Wege außer Haus empfehle ich für etwa 3 Wochen die Verwendung von Krücken oder Walking Stöcken.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, biete ich die rehabilitative Physiotherapie in meinem auf die Nachbetreuung postoperativer Patienten spezialisierten Ambulatorium in der Hans-Sachs-Gasse in Graz an.

Auf Wunsch beginnen meine Patienten bereits etwa 10 Tage postoperativ mit der Therapie. Diese beinhaltet sowohl manuelle Lymphdrainagen zur Entstauung und damit einhergehender besserer Wundheilung als auch aktive rehabilitative Physiotherapieeinheiten mit Bewegungsübungen speziell nach der Hüft-OP zu Wiederherstellung der körperlichen Funktion.
Abschließend kann etwa ab 6 Wochen nach der Operation noch ein 3-wöchiger stationärer Rehabilitationsaufenthalt in einer Rehaklinik angehängt werden.
Nach der Rehabilitationsphase sind Breitensportarten wieder gut möglich, intensive sportliche Aktivitäten sollten Sie zunächst mit mir absprechen.

Wir beraten unsere Patienten über alle Dinge rund um die Hüftoperation, von der OP-Tauglichkeit, über die Operation, Nachbehandlungsoptionen bis hin zur vollständigen Wiederherstellung der Mobilität.
Wir begleiten Sie auf unserem gemeinsamen Weg zur Schmerzfreiheit!